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Antonio Salieri: Primo la musica e poi le parole

"Prima la musica" im Markgräflichen Opernhaus

DAS LUSTFEST ZU SCHÖNBRUNN

- Mozart und Salieri am Hofe Joseph II. -

-
Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre zu „Le Nozze di Figaro"

Lorenzo da Ponte
„Auszüge aus meinem Leben"

Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre zu „Der Schauspieldirektor"

Zeitgenössische Berichte zum Schönbrunner Lustfest

Ignaz von Mosel
„Über das Leben und die Werke des Herrn Anton Salieri"

Antonio Salieri
Ouvertüre zu „Prima la musica e poi le parole"

(Textauswahl und -zusammenstellung: Hans-Jürgen Schatz)
(Mitarbeit: Elisabeth Böhm)

PAUSE

PRIMA LA MUSICA E POI LE PAROLE

Divertimento teatrale in einem Akt
Libretto: Giambattista Casti
Szenische Erstaufführung der kritischen Ausgabe von Thomas Betzwieser
in neuer deutscher Übersetzung von Stefan A. Troßbach

Musikalische Leitung: Christoph Ulrich Meier
Inszenierung und Ausstattung: Stephan Jöris

Kostüme: Ruth Krottenthaler
Licht: Markus Farncombe-Fischer
Kapellmeister: Benedict S. Zeitner
Dichter: Kevin Dickmann
Donna Eleonora: Johanna Winkel
Tonina: Konstanze Schlaud
Rezitation: Hans-Jürgen Schatz
Opernorchester der
INTERNATIONALEN JUNGEN ORCHESTERAKADEMIE


Continuo: Bernhard Kießig (Cembalo), Philipp Blaumer (Violoncello) - Regieassistenz: Imke
Männel, Solveig Müller - Maske: Andreas Ferri - Beleuchtungsassistenz: Konstantin Beck,
Benjamin Hutte - Requisite: Katharina Schmitt - Bühnenbau: Günter Klautke - Dramaturgische
Mitarbeit: Solveig Müller


Aufführungsmaterial: Bärenreiterverlag Kassel, Basel, London, New York, Prag vertreten durch Alkor-Edition Kassel

Die Aufzeichnung der Aufführung vom 14. März 2007 wird am 6. Mai
2007, 20:03 Uhr in DEUTSCHLANDRADIO KULTUR ausgestrahlt.

Handlung:
Kapellmeister und Dichter streiten sich, ob man eine Oper innerhalb von vier Tagen komponieren und
dichten könne. Der Kapellmeister hat Musik genug auf Lager. Es fehlen nur noch die passenden Worte.
„Dichter: ‚Das hieße, zuerst den Rock und dann den Menschen dazu machen!' Kapellmeister: ‚Musik will
man heute hören, und meine Musik passt zu allen Worten.'" Für die Besetzung der Oper hat der beauftragende
Graf Opizio Donna Eleonara vorgegeben. Diese tritt prompt auf, prahlt mit Erfolgen und gibt zum Teil abschreckende Kostproben ihres Könnens als Primadonna, wobei neben Stühlen auch die beiden Künstler als Statisten fungieren müssen. Nach ihrem rauschenden Abgang raufen sich Kapellmeister und Dichter zusammen, um gemeinsam an Musik und
Versen zu schmieden. Der Dichter holt die von ihm protegierte Tonina, eine Buffa (Soubrette), herbei. Diese gibt Proben ihrer schlechten Kinderstube und ihres Könnens zum Besten. Eine Wahnsinnsarie fällt höchst realistisch aus und eine Stotterkavatine verschlägt dem Kapellmeister die Sprache. Der Einakter gipfelt schließlich in der Begegnung beider Damen, die eifersüchtig um den ersten Rang buhlen. Und so beginnen sie beide gleichzeitig ihre Arien - trotz der Beschwichtigungsversuche der beiden Künstler ...
(nach Josef Heinzelmann, aus: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, München/Zürich 1994)

Foto mit freundlicher Genehmigung des Feuerpfeil-Verlags
Filmszene aus "Farinelli" im Markgräflichen Opernhaus (Foto: Feuerpfeil-Verlag)
Samstag, 14. April 2007Sonntag, 15. April 2007
19:00 Uhr17:00 Uhr


Werkeinführung:

Samstag, 14. April 17:30 Uhr

Sonntag, 15. April 15:30 Uhr

Referent: Prof. Dr. Thomas Betzwieser (Universität Bayreuth)

Historischer Sitzungssaal der Forstverwaltung, Bayreuth

 

Kevin Dickmann, "Der Dichter"

"Prima la musica e poi le parole" - Oper in einem Akt

Text: Gian Battista Casti

Uraufführung: 7. Februar 1786, Wien (Orangerie Schönbrunn)

Personen:

Der Musiker: Benedikt S. Zeitner, Bariton
Der Dichter: Kevin Dickmann, Bariton
Donna Eleonora: Johanna Winkel, Sopran
Tonina: Konstanze Schlaud, Sopran

Die Oper entstand im Rahmen eines musikalischen Wettstreits aus dem Jahre 1786: Salieri gegen Mozart –„Prima la musica e poi le parole“ gegen den „Schauspieldirektor“. Die am Wettstreit beteiligten Werke sollten die damaligen Opernverhältnisse aufs Korn nehmen – und zugleich wollte Kaiser Josef II das deutsche Singspiel gegenüber der italienischen Opera buffa forcieren. Beide Einakter behandeln dasselbe Thema: eine neue Oper soll aufgeführt werden, zwei Sängerinnen rangeln um das Engagement, am Schluss glättet sich der Streit und alle sind glücklich. Die Uraufführung der beiden Werke datiert auf den 7. Februar 1786 in der Orangerie von Schloss Schönbrunn. Aber die Absicht des Kaisers, dem deutschen Singspiel mehr Renommee zu verschaffen, ging daneben. Die „italienische Kompanie“ mit Salieri und Textdichter Giambattista Casti hatte alle Vorteile auf ihrer Seite. Während die beiden ein gut durchformtes und unterhaltsames Stück Oper ablieferten, geriet der „Schauspieldirektor“ zu einer lockeren, mehr dem Schauspiel zugehörigen Szenenfolge: ein paar eingestreute Musiknummern und ein mäßiges, sehr zeitbezogenes Libretto, getextet von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren, hatten gegen Salieris kompakt gebaute Opera buffa keine Chance. Trotzdem verschwand der „Schauspieldirektor“ nie ganz von den Spielplänen, durch Mozarts Musik vor dem Vergessen bewahrt. Das Werk von Salieri ist erst in den letzten dreißig Jahren wieder ausgegraben worden. Salieri gelingen in „Prima la musica e poi le parole“ ein paar interessante Konstellationen, er belauscht einen Komponisten beim Komponieren, und er lässt im Finale die beiden Primadonnen gegeneinander ansingen und leitet das in Folge virtuos zu einem positiven Schluss.

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